Laufen in Vellmar

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Laufpause

Laufpause

In meinem letzten Beitrag „Ein neues Ziel am Horizont“ hatte ich noch voller Zuversicht von meiner Anmeldung zum Rhein-City-Run berichtet.

Diesen Lauf bin ich vor einigen Jahren schon einmal gelaufen und hatte ihn in guter Erinnerung. Die Strecke, die Atmosphäre und das Gefühl, gemeinsam mit vielen anderen Läufern unterwegs zu sein. Genau darauf hatte ich wieder Lust.

Vor allem wollte ich endlich wieder ein konkretes Laufziel vor Augen haben. Einen Termin im Kalender, auf den man hinarbeitet. Etwas, das einen auch an den Tagen motiviert, an denen die Laufschuhe lieber im Schrank bleiben würden.

Der Plan stand also. Nur hat das Leben manchmal andere Vorstellungen von unseren Plänen.

Manchmal passt Laufen einfach nicht

Es gibt Situationen, die völlig unerwartet eintreten und den gewohnten Alltag durcheinanderbringen. Dinge, die plötzlich Aufmerksamkeit verlangen und dafür sorgen, dass andere Beschäftigungen erst einmal in den Hintergrund rücken.

Genau so war es bei mir.

Was passiert ist, spielt für diesen Beitrag keine Rolle. Es geht vielmehr darum, wie unterschiedlich Menschen mit solchen Situationen umgehen und warum eine Laufpause manchmal genau die richtige Entscheidung sein kann.

Ich höre immer wieder, dass Laufen gerade in schwierigen oder stressigen Zeiten besonders guttun soll. Einfach die Schuhe anziehen, loslaufen, den Kopf freibekommen und anschließend sieht die Welt schon wieder freundlicher aus.

Das mag für viele Menschen funktionieren. Für mich hat es in diesem Fall nicht funktioniert.

Ich hatte einige Dinge zu klären, musste mich darauf konzentrieren und wollte meine Gedanken nicht ständig darum kreisen lassen. Gerade beim Laufen passiert mir aber genau das. Wenn ich allein unterwegs bin, fängt mein Kopf gerne an, die unterschiedlichsten Themen durchzugehen.

Normalerweise finde ich das sogar angenehm. Beim Laufen entstehen Ideen, Probleme lassen sich gedanklich sortieren und manchmal kommt man auf Lösungen, die einem am Schreibtisch nicht eingefallen wären.

Diesmal wollte ich genau das nicht.

Also habe ich meine Laufschuhe stehen lassen. Ohne schlechtes Gewissen und ohne ständig darüber nachzudenken, wie viele Trainingseinheiten ich gerade verpasse.

Der Rhein-City-Run findet ohne mich statt

Inzwischen sind es nur noch 14 Tage bis zum Rhein-City-Run. Eigentlich müsste ich jetzt mitten in den letzten Vorbereitungen stecken. Stattdessen habe ich beschlossen, nicht an den Start zu gehen.

Nach der längeren Pause fehlt mir schlicht die Form. Natürlich könnte ich versuchen, irgendwie über die Strecke zu kommen. Aber wozu?

Ich laufe, weil es mir Spaß macht. Weil ich gerne draußen unterwegs bin und mich freue, wenn eine Strecke etwas leichter fällt als noch einige Wochen zuvor. Mich ohne ausreichendes Training über die Kilometer zu quälen, nur damit ich anschließend behaupten kann, den Lauf geschafft zu haben, ergibt für mich keinen Sinn.

Ganz verpassen werde ich die Veranstaltung trotzdem nicht. Mein Junior geht an den Start und ich werde an der Strecke stehen und ihn anfeuern.

Auch einmal eine andere Perspektive. Statt auf die Kilometer und das eigene Tempo zu achten, kann ich mir in Ruhe anschauen, wie sich andere Läufer schlagen.

Der Wiedereinstieg ist gemacht

Am vergangenen Sonntag habe ich zum ersten Mal wieder meine Laufschuhe angezogen und bin eine kleine Runde gelaufen.

Ohne Trainingsplan, ohne bestimmte Kilometerzahl und vor allem ohne irgendwelche Erwartungen an mein Tempo.

Es lief langsam, aber erstaunlich gut. Natürlich habe ich gemerkt, dass die Pause ihre Spuren hinterlassen hat. Die Kondition ist nicht mehr dort, wo sie vorher war. Das ist nach mehreren Wochen ohne Training aber auch keine Überraschung.

Viel wichtiger war für mich, dass ich wieder Lust aufs Laufen hatte.

In dieser Woche sollen noch einige kleine Runden dazukommen. Ich werde die Umfänge langsam steigern und schauen, wie mein Körper darauf reagiert. Einen neuen Wettkampf suche ich mir vorerst nicht.

Meine alte Form wird nicht nach drei Trainingseinheiten wieder da sein. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich sie mit etwas Geduld zurückbekomme.

Und vielleicht hat mir diese Pause auch etwas gezeigt: Ein Trainingsplan ist eine gute Sache. Aber er ist kein Vertrag, den man unter allen Umständen erfüllen muss.

Manchmal ist es vernünftiger, ein Laufziel aufzugeben, als sich krampfhaft daran festzuhalten.

Der nächste Lauf kommt bestimmt.

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