24. Juli 2026
Die Pause war wieder länger als geplant, aber heute habe ich es geschafft, den inneren Schweinehund zu überwinden. Keine Ausreden, kein Verschieben auf morgen. Ich war auf meiner kürzeren Hausstrecke unterwegs, genau so einer Runde, bei der man weiß, was einen erwartet und bei der es keine Überraschungen gibt.
Wie erwartet fiel es mir schwer. Die Beine waren träge, der Rhythmus wollte sich nicht sofort einstellen, und der Kopf suchte mehr als einmal nach einem guten Grund, früher aufzuhören. Genau diese Läufe sind es, die mental mehr fordern als lange oder schnelle Einheiten.
Jetzt sitze ich hier und bin froh, dass ich stärker war als meine fehlende Motivation. Nicht euphorisch, nicht überdreht – einfach zufrieden. Manchmal muss man sich zwingen, nicht weil man muss, sondern weil man weiß, wie gut sich dieses Gefühl danach anfühlt. Und genau dafür lohnt es sich, loszugehen.


17. January 2026
Jetzt hat es doch wieder länger gedauert, bis ich zum nächsten Lauf gestartet bin. Eigentlich war der Plan klar: drei Läufe pro Woche, sauber strukturiert, vernünftig gesteigert. Auf dem Papier sah das gut aus. In der Realität eher nicht. Irgendwie hat es einfach nicht geklappt.
Nach der langen Pause ist der Wille zwar da, aber die Motivation hinkt noch hinterher. Das kenne ich gut. Der Kopf weiß, dass Laufen gut tut, der Körper erinnert sich aber noch an das Nichtstun. Und genau da entsteht diese kleine Reibung, die einen oft länger ausbremst, als man zugeben möchte.
Diesmal hat mir das Wetter geholfen. Kühle Temperaturen, blauer Himmel, Sonne im Gesicht – genau diese Tage, an denen man sich später ärgert, wenn man nicht draußen war. Also los. Ohne Druck.
Am Ende standen über eine Stunde auf meiner alten Hausstrecke. Kein Meisterwerk, aber ein Erfolg. Und manchmal reicht genau das.

04. January 2026
Mein erster Lauf im neuen Jahr war vor allem eines: der Versuch, wieder in meine Laufroutine zu finden. Kein großer Plan, keine Uhr, die mir etwas beweisen sollte. Es war ein kurzer Lauf auf einer vertrauten Strecke, genau so eine Runde, die man schon unzählige Male gelaufen ist und die eigentlich Sicherheit gibt.
Und trotzdem habe ich sofort gemerkt, wie sehr mich die längere Pause aus dem Rhythmus gebracht hat. Der Atem kam schneller, die Beine fühlten sich schwerer an als erwartet, und der Kopf wollte am liebsten kommentieren, was früher alles leichter ging. Genau diese Momente kennt jeder, der nach einer Pause wieder anfängt.
Aber was soll’s. Der erste Lauf ist gemacht. Er war nicht schön, nicht schnell und nicht besonders elegant – aber er war ehrlich. Und genau darum geht es.
Jetzt ist der Anfang geschafft. Die nächsten Läufe werden kommen. Einer nach dem anderen. Und irgendwann fühlt es sich wieder normal an.



