Nachdem ich im November nur einen kurzen, eher symbolischen Lauf gemacht habe, ist das Laufen im Dezember komplett ausgefallen. Kein Kilometer, kein „nur schnell raus“, kein schlechtes Gewissen beim Abbrechen – einfach nichts.
Im Nachhinein sehe ich das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Weinend, weil jeder, der regelmäßig läuft, weiß, wie schnell Form, Rhythmus und dieses gute Körpergefühl verschwinden. Zwei, drei Wochen Pause sind eine Sache. Ein ganzer Monat ist eine andere Liga. Man spürt es später sofort – in den Beinen, im Kopf, im Puls.
Lachend aber deshalb, weil ich weiß, warum es so war. Wer eine kleine Firma führt und im Weihnachtsgeschäft steckt, kennt diesen Zustand: volle Auftragsbücher, lange Tage, kurze Nächte. In dieser Phase verschieben sich Prioritäten zwangsläufig. Dann geht es nicht mehr um Trainingspläne oder Wohlfühlroutinen, sondern darum, dass der Laden läuft. Punkt.
Und ja, rein theoretisch hätte es hier und da vielleicht ein Zeitfenster gegeben. Aber Laufen ist nicht nur eine Frage von 45 Minuten im Kalender. Es braucht auch mentale Luft. Und genau die war im Dezember schlicht nicht da. Wer schon einmal völlig ausgelaugt nach Hause kam, weiß: Man kann sich zwingen loszulaufen – sinnvoll ist das selten.
Also habe ich akzeptiert, dass es gerade nicht passt. Kein Drama, kein Selbstbetrug. Alles hat seine Zeit.
Im Januar geht es wieder los. Nicht heroisch, nicht mit Ansprüchen an alte Bestzeiten. Sondern ruhig, kontrolliert, mit kurzen Läufen und viel Geduld. Der Körper erinnert sich. Immer.
Der schwierigste Schritt ist nicht der erste schnelle Kilometer – es ist der erste langsame. Aber genau der zählt.
